Der Euro ist immer weniger wert und entwickelt sich mehr und mehr zum Teuro. Dass sich diese Aussage mit einem kritischen Blick auf die veröffentlichten Zahlen und die tägliche Wahrheit in den Geschäften bestätigen lässt, sehen Sie im Folgenden. Eine perfide Mischung aus veröffentlichter Inflationsrate, steigenden Abgaben und Tricksereien entwertet unser Geld.
Die offiziellen Zahlen zur Geldentwertung
Das statistische Bundesamt gibt inzwischen eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate bei den Verbraucherpreisen von 2 % in jedem der vergangenen Quartale offen zu. Dieser Index wird aufgrund von typischen Verbrauchsmustern der Bevölkerung (sog. Einkaufskörbe) gebildet. Wenn Sie aber selbst täglich Obst, Gemüse und Lebensmittel einkaufen, dann sehen Sie abweichende und höhere Werte. Deshalb werden Sie wahrscheinlich bei gefühlten 6 – 10 % Inflation landen, die aber von offizieller Seite immer abgestritten werden. Problematisch hierbei ist, dass die Löhne und Gehälter mit diesem Anstieg nicht schritthalten. Zudem berücksichtigt die Preisstatistik nicht diejenigen Faktoren, die Ihr persönliches Einkommen schmälern und deshalb den Eindruck einer tatsächlichen Geldentwertung unterstützen. Seit 1. Januar 2011 wurden nicht nur einige Zuzahlungen bei Arzneien angehoben, sondern auch der Beitragssatz der Krankenversicherung. Ihnen bleibt also ein weiteres Prozent weniger im Geldbeutel, was den Eindruck steigender Preise und der Geldentwertung weiter verfestigt. Anhand dieser wenigen Vergleichspunkte haben Sie schon einen ersten Eindruck davon, dass der reine Preisindex noch keine vollständige Abbildung der Wahrheit
darstellt.
Die Teuerung hinter der Inflationsrate: Packungsgrößen und Inhaltsstoffe
Wie bei vielen angeblich harmlosen Zahlen beim Euro lohnt aber auch hier ein Blick hinter die Kulissen. Viele Menschen haben bei den im Vergleich zur D-Mark doch recht kleinen Zahlen den Überblick verloren. Deshalb tricksen viele Hersteller bei Packungsgrößen und Inhaltsstoffen. Pralinen in der 200 g statt 250 Gramm Packung bei fast gleichem Gewicht in der Hand durch viel Pappe und Kunststoff, 70 Waschladungen statt 77 Waschladungen sind hier noch die freundlicheren Beispiele. Selbst vor der größten Fluggesellschaft Deutschlands macht eine schleichende Preiserhöhung durch weniger Leistung nicht halt: In einem beliebten Kurzstreckenflugzeug, dem A321, werden nunmehr statt 190 Sitzplätzen 200 Sitzplätze angeboten. Somit beinahe 5,2 % weniger Platz fürs Geld.
Insgesamt gesehen hat sich die Geldentwertung bei gleichzeitig stagnierenden Einkommen erheblich beschleunigt. Zu den offiziellen Werten müssen noch Qualitätsveränderungen und Packungsgrößenveränderungen hinzu gezählt werden. Dann ergibt sich ein leider realistisches Bild der tatsächlichen Geldentwertung.
Weiter Statistiken sind zu finden hier beim Statistischen Bundesamt.
Bild: © ChristineGerhardt – Fotolia.com


August 23rd, 2011
DR
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